Die Schwitzhüttenzeremonie



Tradition

Die Schwitzhüttenzeremonie stammt aus der Tradition der Indianer Nordamerikas.

Sie wurde und wird in den verschiedenen Völkern und Stämmen in unterschiedlichen Formen praktiziert und ermöglicht eine umfassende und ganzheitliche Reinigung.

Indianischen Mythen zufolge wurde die Schwitzhütte den Menschen in ihren Anfangszeiten von einem Helfer des großen Geistes geschenkt, damit wir uns von den spezifischen Giften oder Gefahren reinigen können, die dem körperlichen, emotionalen, mentalen und spirituellen Bereich immanent sind.

Im ursprünglichen Verständnis der Schwitzhütte tun die TeilnehmerInnen daran nicht nur sich selbst Gutes, sie tragen auch zur Erneuerung und Heilung der ganzen Gemeinschaft bei. Vor jeder großen Unternehmung wird eine Schwitzhütte abgehalten, um Kraft und Stärke zu gewinnen.

 

Das Schwitzhütten Know-how in ROSE im HOF stammt aus 2 Quellen:

      • von Jabrane Sebnat, der die Schwitzhütte bei Wallace Black Elk gelernt und viele Leute in diesen Weg eingeführt hat,
      • von Manitonquat Medecine Story, der die Schwitzhütte (Pesuponk) bei seinem Volk, den Wampanoag, wieder eingeführt hat.
        Eine ausführliche Beschreibung der Schwitzhütte und ihres Ursprungs findet sich in seinem Buch „Rückkehr zur Schöpfung“

 

 

Wirkung und Symbolik

Die Schwitzhütte gilt als eine starke Medizin, ein kraftvoller Weg der Reinigung und Erneuerung. Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Respekt im Umgang mit der Schwitzhütte werden als sehr wichtig erachtet.

Die Wirkung der Schwitzhütte ist eng mit ihrer Symbolik verknüpft.

      • In der Schwitzhütte ist das ganze Universum repräsentiert.
        Das Skelett der Schwitzhütte aus Weiden- oder Haselzweigen ähnelt dem Panzer einer Schildkröte, auf dem in der indianischen Kosmologie die ganze Welt ruht.
        Alle vier Elemente sind für das Schwitzhüttenritual notwendig, als TeilnehmerInnen treten wir in Verbindung mit der ganzen Schöpfung.
      • Die Schwitzhütte bildet eine Höhle, wir müssen uns bücken, um in sie einzutreten. Drinnen ist es dunkel, feucht und warm. Symbolisch ist es der Uterus unserer großen Mutter Erde, in den wir uns zurückziehen und den wir erneuert verlassen: wir werden neu geboren.
      • Die Schwitzhütte wird mit dem Eingang nach Osten errichtet, wo die Feuerstelle ist. Die Verknüpfung mit den Himmelsrichtungen verweist auf unsere Orientierung im Kosmos.
        Im Ritual ist jeder Himmelsrichtung eine Runde gewidmet, den Himmelsrichtungen ist jeweils ein Element und ein Lebensbereich zugeordnet.
        Die Wirksamkeit der Reinigung entfaltet sich im körperlich/materiellen, emotionalen, mentalen und geistig/spirituellen Bereich.

 

Übergangsritual

Als Übergangsritual mit den 3 Stufen Trennung, Schwellenphase und Reintegration ist die Schwitzhütte unglaublich vielseitig:

Sie eignet sich für eine regelmäßige Reinigungszeremonie zum Voll- oder Neumond ebenso gut wie

zur Vorbereitung auf größere Unternehmungen oder Projekte,

zum Krafttanken,

zur Konfliktlösung in einer Gemeinschaft,

zur Teamentwicklung,

zur Identitätsklärung,

zur Unterstützung und Heilung für andere, die selbst nicht teilnehmen können,

für Lebensübergangsrituale.

 

Der Reinigungs- und Erneuerungsprozess in der Schwitzhütte betrifft 4 Ebenen:

      • unser Verhältnis zu uns selbst (Selbsterfahrung, Identität)
      • unser Verhältnis zueinander (soziale Ebene, Beziehungen)
      • unser Verhältnis zu unserer Umgebung/Umwelt (ökologische Ebene)
      • unser Verhältnis zum Ganzen, zum Leben (spirituelle Ebene)

 


Bau der Schwitzhütte


Nächster Termin:

Derzeit keine Termine.

Kontakt